3 Monate später: Foursquare oder Gowalla
Posted on 21. Jan, 2010 by Sebastian Keil in Werkzeug/ Spielzeug
Knapp drei Monate ist es her, da schrieb ich diesen ersten Bericht über Gowalla. Überhaupt, schaut man sich dieses Blog an, habe ich mich wohl recht viel mit Gowalla beschäftigt. Den heutigen augenzwinkernden und natürlich auch -öffnenden Artikel von Olaf Kolbrück will ich mal zum Anlass nehmen, zurück zu blicken (via @csommer).
Ich bin einer dieser wimpelsammelnden Männer. Ja, an vielen Orten logge ich mich sogar bei beiden Services ein, allerdings weiß ich nicht, wie lange noch… Eine lose Sammlung von Eindrücken:
Gowalla nutzen zu wenige Menschen intensiv, damit es Spaß wird
Hauptziel ist zurzeit lediglich, fehlende Items zu finden
Bei Foursquare nervt die Penetranz einiger Anfrager – wie oft muss ich “ignore” auswählen, bis es jemand begreift, dass ich nicht jedem meinen Ort zeigen möchte?
Bei beiden Programmen wünsche ich mir eine “Tweet now”-Funktion: Wenn ich sehe, dass Olaf gerade in Hamburg ankommt, möchte ich ihm gleich einen Tweet schicken können, nicht erst die App wechseln
Nach nun drei Monaten ist das persönliche Umfeld abgesteckt, man loggt nur wenige neue Orte, insbesondere bei Gowalla mindert das den Spaßfaktor
Wie kann ich bei Gowalla kommerziell mitmachen? Bisher wurden meine Emails nicht beantwortet…
Ich bleibe dabei, dass es für Unternehmen (insbesondere das Kaffee um die Ecke) Sinn macht, zumindest den eigenen Standort einzupflegen (siehe hierzu auch Markus Breuer).
Abgesehen davon ist zurzeit Foursquare spannender, weil einfach mehr meiner Freunde und Bekannte aktiv “mitspielen”.
Hier noch ein Video von Kevin Rose über location-based-Services im Allgemeinen und Foursquare und Gowalla im Speziellen:
Browser-Entscheidungen: Google Chrome vorne
Posted on 21. Dec, 2009 by Sebastian Keil in Werkzeug/ Spielzeug
Ich weiß gar nicht wie lang ich Firefox genutzt habe. Ziemlich lang, drei Jahre bestimmt. Und mich dabei immer wohl gefühlt, auch mit Plug-ins etc. Mein Workflow war absolut rund, ich habe fast nur im Browser gearbeitet. Zuletzt allerdings ist er immer häufiger abgestürzt und vor allem immense Ressourcen geschluckt. Ich bin ja kein Admin und kann das nicht quantitativ belegen, aber mein Statistik-Tool zeigt an, dass insbesondere CPU-Usage immer hoch war.
Donnerstag vor einer Woche bin ich dann wieder auf Safari umgestiegen. Schlank und einfach und gefühlt auch deutlich schneller. Weniger Ressourcen geschluckt. Komisch waren eher kleine Bugs, wie zum Beispiel Fehler in der Darstellung bei neuen Tabs. Letzte Woche Donnerstag habe ich dann mal die neueste Beta-Version von Google Chrome installiert, nachdem ich die Developer Beta für kleine Projekte und vor allem Monopoly City genutzt hatte.
Um es kurz zu machen, ich bin immer noch “auf Chrome” und würde dies an dieser Stelle durchaus weiter empfehlen. Bisher habe ich noch nix zusätzlich installiert (fehlt bisher auch nicht, da alle Services über Lesezeichen gelöst sind) und es ist noch kein Tab abgestürzt. Zweimal ist das Flash-Plug-in eingefroren (witzigerweise bei YouTube-Links), aber ein Reload hat dies behoben.
Und von dem was ich so weiß, hat man sich sehr viel Gedanken gemacht, dass war ja auch schon bei der Comic-Ankündigung so. Und wird heute mit dem auch künstlerisch-wertvollen Features-Video wieder bewiesen:
(via @frischkopp und Feingut.com)
mov.io: Neues Tool für Video in Verbindung mit Twitter
Posted on 14. Dec, 2009 by Sebastian Keil in Werkzeug/ Spielzeug
Video vom Handy schnell an seine Follower verbreiten (broadcasten), da fallen einem schnell Namen wie Seesmic, qik, kyte und vielleicht auch twitvid ein. Neu in dieser Gruppe ist mov.io (.io ist die Domain-Kennung), ein Angebot der Hamburger Agentur Social Objects unter anderem um Oliver Wagner.
Gelauncht wurde das Tool Ende Oktober, das offizielle Approval von Apple für die iPhone-App erfolgte während der LeWeb in der vergangenen Woche. Ein kurzes Demo sieht so aus:
Was ist nun das besondere an mov.io, warum von den anderen Anbietern umsteigen?
Aus meiner Sicht zwei Dinge:
Zunächst mal muss ich mich bei mov.io nicht mit einem eigenen Konto anmelden, sondern mit meinen Twitter-Konto. Warum das wichtig ist? Ich muss meinen Social Graph nicht auch bei mov.io abbilden: warten bis meine Freunde sich auch dort registrieren und die dann wieder befreunden und mich dann mit ihnen austauschen wobei die Kommentare exklusiv bei mov.io bleiben. Mein Twitter Social Graph ist automatisch mein mov.io Social Graph.
Des Weiteren werden sämtliche Kommentare bei mov.io unter dem entsprechenden Film aggregiert und das beinhaltet eben auch Tweets. Man muss ich nicht, wie z.B. bei twitpic registrieren, sondern alles funktioniert über die Intergration mit Twitter, auch das Broadcasting neuer Videos.
Die iPhone-Applikation (Screenshots) ist denkbar einfach aufgebaut und funktioniert tadellos. In Zeiten, in denen kyte sich eher an Geschäftskunden wendet, qik das Live-Broadcasten nicht mehr unterstützt und Seesmic etwas untergeht ist es sicherlich spannend, einen Anbieter aus Deutschland zu testen.
mov.io-Mitgründer Oliver Wagner erklärt weitere Einzelheiten im Interview auf Kanal 14.
Gowalla ist für Sammler, Foursquare für Jäger
Posted on 27. Nov, 2009 by Sebastian Keil in Werkzeug/ Spielzeug
Auf sebastiankeil.de habe ich mal ein paar Gründe niedergeschrieben, die aus meiner Sicht dafür sprechen, dass man in Deutschland eher Gowalla als Foursquare nutzen wird.
#1: We (ze German’s) actually prefer the GPS-requirement built-into Gowalla. Not only does it make adding new places super easy, it also gives us structure, exactness. We like the categories, too. All neat and clean. Hi-tech for the country (once) known for hi-tech. The exactness of the GPS relates to the punctuality our train system is known for (which everybody outside of Germany is in awe of while the we only complain).
#2: Foursquare is for hunters, Gowalla for collectors. Gowalla, while a social game, feels more about me. I could play this by myself, collecting item after item, droppping the inflationary Alamofires and blenders. Foursquare is more about adding new places, outhustling the other players. To oversimplify, I can be good at Gowalla despite not going out that often at night. I could even go further and blame this behaviour on our role in WW2 and argue that in the aftermath our role in history is being the passive, polite bystander, not the hunter.
Gowalla Update
Posted on 20. Nov, 2009 by Sebastian Keil in Werkzeug/ Spielzeug
Auch wenn ich inzwischen angefangen habe, mehr mit Foursquare, dem zurzeit wohl direktesten Konkurrenten von Gowalla, zu experimentieren, so gilt mein Hauptaugenmerk weiterhin Gowalla, da ich in Hamburg gefühlt nicht der einzige “Spieler” bin.
(Foursquare läuft seit gestern Abend/heute morgen nicht nur in Berlin sondern auch in Hamburg und Frankfurt, mehr zum deutschen Launch bei Nico)
Zunächst der Hinweis auf den pl0gscreencast, ein Interview mit mir bei Trackback, der Wochenschauf auf Kanal 14 und weitere Artikel (Bloggezwitscher, Horax) zu Location-Based-Services.
Nach nun mehr knapp Monaten mit Gowalla ein kleines Resüme:
Wenn man nicht der einzige Spieler ist, macht es richtig Spaß. Und, neben den schon im ersten Artikel erwähnten Möglichkeiten für die geschäftliche Nutzung, kommen mir weitere in den Sinn. Der blosse Eintrag eines Unternehmens steht nach wie vor an erster Stelle, Corporate Items wären schön. Viel interessanter finde ich inzwischen jedoch den kontextuellen Hintergrund, und die Möglichkeit die entstehenden Daten sowohl für den Nutzer als auch für Kooperationspartner von Gowalla “aufzubohren”. Noch einmal das Zitat vom Drop.io-Gründer: “Einchecken ist einfacher als tweeten!” Und liefert mehr Informationen
Was das heißt? Mein “Leben” wird besser, je besser Information für mich auf mich abgestimmt ist. Im Klartext: Wenn ich in Hamburg bin, dann will ich keine Informationen aus Heidelberg. Wenn ich oft ins Kino gehe, dann … Wenn ich noch nie im Kino war, dann… Wenn ich morgens einchecke, will ich keinen Alkohol… Und so weiter.
Im Gegenzug ist für viele Unternehmen interessant, wo ich mich aufhalte, wann ich mich wo aufhalte und auch – nicht zuletzt aus psychologischer Sicht – was ich mit den Items mache. Behalte ich meine Lieblingsgegenstände, behalte ich die seltenen? Lege ich Pizzastücke beim Italiener ab und den Beatnik Poet in der Kneipe, die Legosteine im Kindergarten? Oder knüpfe ich andere Assoziationen?
Der Vollständigkeit halber: Verständlicherweise (die Agentur hinter Gowalla heißt so) ist “Alamofire” das von mir meistgefundene Item. Bisher nur einmal vorgekommen ist der Glove, der Model Train und die Pecan Nuss.
Technorati: Ein notwendiger aber holpriger Relaunch
Posted on 19. Oct, 2009 by Sebastian Keil in Werkzeug/ Spielzeug
Technorati (Wikipedia) gibt es schon recht lange und einige meiner abgespeicherten Watchlists gehen auf 2006 zurück. Man erinnere sich an die vierteljährlichen Reports “State of the Blogosphere” und die Partnerschaft mit Edelman, die damals in einem langen Video auf Sevenload präsentiert und dokumentiert wurde. Da gab es dann auch den Versuch, speziell die deutsche Blogosphäre zu ranken. Dann wurde es langsam still und wenn man nicht gerade im Bereich PR und Werbung arbeitete, dann hatte man die Seite wohl etwas vergessen.
Letzte Woche gab es nach 2007 den nächsten Relaunch. Erst mal ein paar Links dazu:
Techmeme
netzwertig
Claudia Sommer
Die Meinung bisher scheint, Reduktion auf das wesentliche: Suche. Und es gibt eine schnell zu findende TOP 100 Blogs Übersicht.
So weit so gut. Dann schauen wir mal unter die Haube. Im Zuge des Relaunchs
-gingen bei mir 4/5 der Profilangaben, inklusive Foto, verloren.
-sind alle meine registrierten Blogs auf das Authority-Ranking “1″ zurück gesetzt worden.
-finde ich die Funktion “Watchlist editieren” nicht mehr.
Gut finde ich, dass offensichtlich der “Claim your Blog”-Prozess wieder geändert wurde. Früher konnte man entweder ein Code-Schnipsel veröffentlichen oder sich über Technorati einloggen. Zuletzt ging das nur noch über den Code, denn Technorati dann in dem betreffenden Feed suchte. Aber irgendwie unschön. Jetzt scheint es anders zu laufen.
Aber nun zum Eigentlichen, den Suchergebnissen
Zunächst ein Selbstversuch, Suche nach “speaking english podcast”:

Das finde ich schon mal komisch, schließlich befindet sich unter meinen registrierten Blogs eines mit dem selben Namen.
Das ist bestimmt ein Einzelfall und mein Englischblog ist ja mit 2600+ Abonnenten und 1Mio Film-Views in den letzten 12 Monaten klein. Suchen wir doch mal nach Hockeybuzz, einem nicht kleinen Hockey-Blog. Dem größten, sozusagen.

Das finde ich dann richtig merkwürdig. Noch eine Stichprobe, diesmal TechcrunchIT.

Zugegeben, wenn ich nach “techcrunchit” suche, wird es gefunden:

Aber ich möchte doch annehmen, dass Techcrunch bei den Tags sowohl “techcrunch” als auch “it” angegeben hat. Und die Suche somit ein Ergebnis erzielen müsste.
Fazit:
Entweder heute ist Montag und die Server schlafen noch, oder die tolle neue Suche ist nur neu aber nicht toll. Und dass ich keine offensichtliche Möglichkeit habe, Suchergebnisse zu abonnieren (es wird noch nicht einmal im Autodetect ein Feed angezeigt, auch im Modus “Post” nicht), ist eine riesengroße Enttäuschung.
How to: Amazon Kindle Bücher auf dem iPhone
Posted on 12. Oct, 2009 by Sebastian Keil in Werkzeug/ Spielzeug
Wer mich kennt weiß, dass ich gern und viel lese. Mit großem Interesse verfolge ich daher die Entwicklung von eReadern, den Prozess und Erfolg des Amazon Kindle Readers in den Vereinigten Staaten und jetzt die Ankündigung, dass das Gerät ab 19. Oktober auch in Deutschland erhältlich sein soll.
Seit längerem gibt es im amerikanischen iTunes Store ein Programm mit dem Namen “Kindle for iPhone” (Achtung: Man benötigt US-Konto). Leider konnte man aus Deutschland noch nichts kaufen, auch nicht über amazon.com. Das hat sich jetzt geändert, auch vor dem 19. Oktober, ich habe das mal schnell ausprobiert:
Vorher:

Dann bei amazon.com eingekauft.
Einmal auf “Kaufen” gedrückt geht das sehr schnell:

In der iPhone-Kindle App gerefresht:

Und es kann los gehen:

Man kann auch vom iPhone aus Bücher kaufen, allerdings ist der “Kindle Store” nicht nativ in der Applikation sondern webbasiert – die Kindle-App schließt sich und ein Safari-Fenster wird geöffnet.

Und das war es schon: Amazon Kindle-Funktion auf dem iPhone, man benötigt lediglich ein Amazon-Nutzerkonto und ein Konto für den amerikanischen iTunes-Store.
Wo bin ich? Ortsbasierte Angebote Teil 1: Gowalla
Posted on 07. Oct, 2009 by Sebastian Keil in Werkzeug/ Spielzeug
Immer mehr Handys verfügen über GPS, also die Möglichkeit, den genauen Aufenthaltsort zu bestimmen und z.B. für eine Software zur Verfügung zu stellen. Und selbst ohne GPS können Handys (über die Netzzellen) einigermaßen genau darüber Aufschluss geben, wo der Nutzer gerade ist. Services und Angebote die darauf aufbauen heißen location-based Services, ich nenne dies ortsbasierte Angebote.
Nun gibt es einige Applikationen für das iPhone, die diese Technologie Nutzen, ich möchte zunächst mal auf Gowalla blicken, ein Programm, dass wir auch schon in einer Folge des Kanal 14 Podcasts betrachtet haben. Gowalla deshalb, weil man es im Gegensatz zum direkten Konkurrenten Foursquare in Deutschland bereits nutzen kann. Webseite und iPhone-Applikation sind kostenfrei.
1. Funktion
Gowalla liefert das, was Plazes vor zwei Jahren hätte werden müssen: Eine Übersicht von “Plätzen”, z. B. Kaffees, Schulen, Museen, etc. mit denen man in Interaktion treten kann.
Ist man als erster dort, kann man sie “claimen” und “founden”.
Man kann “einchecken” und Dinge aus seiner virtuellen Tasche ablegen und andere dafür einstecken. Man kann sehen, wer auch schon da war, wann und wie oft. Man sammelt Stempel im virtuellen “Passport” und “Pins”, also Abzeichen für z.B. 10 gegründete Ort.
2. Pluspunkte
Ich finde zwei Dinge hervorragend. Zum einen das Management von Freunden. Man kann diese entweder über Twitter oder über Facebook suchen. Wenn es Übereinstimmungen gibt, d.h. ein neuer Twitter-Follower Gowalla nutzt, man dort aber noch nicht befreundet ist, bekommt man diesen Screen.
Beeindruckenderweise funktioniert dies in Millisekunden, ich kann also 10 Menschen in 2 Sekunden hinzufügen und meine “Spielerfahrung” wird vom Programm nicht gehemmt.
Der zweite Grund warum ich Gowalla gelungen finde ist das Spiel mit den “Items”, den Gegenständen in meiner Tasche.

Wenn ich mich geschickt anstelle, kann diese Nuss durch alle meine Orte wandern. Weiter gedacht reisen diese “Items” um die ganze Welt. Dinge, die ich nicht mehr hergeben möchte kann ich den Safe, den “Vault” legen.
3. Was bedeutet dies für die Kommunikation?
Zum jetztigen Zeitpunkt, also noch mitten im “Landgrab”, würde ich jedem Gastro-Unternehmen raten, mit Gowalla rumzuspielen und sei es nur, um das eigene Geschäft einzutragen. Natürlich, zum jetzigen Zeitpunkt ist die Nutzergruppe noch verschwindend gering, aber so etwas kann sich ja bekanntlich schnell ändern. Und dann geht man vielleicht mal zu dem Laden, der schon online ist.
Weitaus spannender finde ich aber den Gedanken, als Unternehmen mit Gowalla zu kooperieren und eigene “Corporate Items” in Umlauf zu bringen. Aus meiner Sicht auch ein tolles Geschäftsmodell, denn man kann hier wunderbar nach Interaktionen abrechnen. Ich könnte also ein Cola-Flasche bekommen und woanders wieder ablegen. Wo auch immer sie sich befindet, die Flasche würde sichtbar sein. Extrapunkte für Cola, wenn die Flasche im Safe landet.




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