Wo bin ich? Ortsbasierte Angebote Teil 1: Gowalla
Posted on 07. Oct, 2009 by Sebastian Keil in Werkzeug/ Spielzeug
Immer mehr Handys verfügen über GPS, also die Möglichkeit, den genauen Aufenthaltsort zu bestimmen und z.B. für eine Software zur Verfügung zu stellen. Und selbst ohne GPS können Handys (über die Netzzellen) einigermaßen genau darüber Aufschluss geben, wo der Nutzer gerade ist. Services und Angebote die darauf aufbauen heißen location-based Services, ich nenne dies ortsbasierte Angebote.
Nun gibt es einige Applikationen für das iPhone, die diese Technologie Nutzen, ich möchte zunächst mal auf Gowalla blicken, ein Programm, dass wir auch schon in einer Folge des Kanal 14 Podcasts betrachtet haben. Gowalla deshalb, weil man es im Gegensatz zum direkten Konkurrenten Foursquare in Deutschland bereits nutzen kann. Webseite und iPhone-Applikation sind kostenfrei.
1. Funktion
Gowalla liefert das, was Plazes vor zwei Jahren hätte werden müssen: Eine Übersicht von “Plätzen”, z. B. Kaffees, Schulen, Museen, etc. mit denen man in Interaktion treten kann.
Ist man als erster dort, kann man sie “claimen” und “founden”.
Man kann “einchecken” und Dinge aus seiner virtuellen Tasche ablegen und andere dafür einstecken. Man kann sehen, wer auch schon da war, wann und wie oft. Man sammelt Stempel im virtuellen “Passport” und “Pins”, also Abzeichen für z.B. 10 gegründete Ort.
2. Pluspunkte
Ich finde zwei Dinge hervorragend. Zum einen das Management von Freunden. Man kann diese entweder über Twitter oder über Facebook suchen. Wenn es Übereinstimmungen gibt, d.h. ein neuer Twitter-Follower Gowalla nutzt, man dort aber noch nicht befreundet ist, bekommt man diesen Screen.
Beeindruckenderweise funktioniert dies in Millisekunden, ich kann also 10 Menschen in 2 Sekunden hinzufügen und meine “Spielerfahrung” wird vom Programm nicht gehemmt.
Der zweite Grund warum ich Gowalla gelungen finde ist das Spiel mit den “Items”, den Gegenständen in meiner Tasche.

Wenn ich mich geschickt anstelle, kann diese Nuss durch alle meine Orte wandern. Weiter gedacht reisen diese “Items” um die ganze Welt. Dinge, die ich nicht mehr hergeben möchte kann ich den Safe, den “Vault” legen.
3. Was bedeutet dies für die Kommunikation?
Zum jetztigen Zeitpunkt, also noch mitten im “Landgrab”, würde ich jedem Gastro-Unternehmen raten, mit Gowalla rumzuspielen und sei es nur, um das eigene Geschäft einzutragen. Natürlich, zum jetzigen Zeitpunkt ist die Nutzergruppe noch verschwindend gering, aber so etwas kann sich ja bekanntlich schnell ändern. Und dann geht man vielleicht mal zu dem Laden, der schon online ist.
Weitaus spannender finde ich aber den Gedanken, als Unternehmen mit Gowalla zu kooperieren und eigene “Corporate Items” in Umlauf zu bringen. Aus meiner Sicht auch ein tolles Geschäftsmodell, denn man kann hier wunderbar nach Interaktionen abrechnen. Ich könnte also ein Cola-Flasche bekommen und woanders wieder ablegen. Wo auch immer sie sich befindet, die Flasche würde sichtbar sein. Extrapunkte für Cola, wenn die Flasche im Safe landet.


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